weisser hund welpe Ein letzter Eintrag

Tagebuch des Christian Bürger, Folge 14

eichenlaub besteck olivenholz 28. August 1990

louisiana erfurt brunch preis „Ein langer Tag liegt hinter mir. Wir hatten heute eine Hochzeitsfeier in der Gaststätte und in der Küche war dementsprechend die Hölle los. Aber übermorgen findet das Grillfest der Hubers statt – und es ist mir wichtig, dass ich bis dahin alle meine Erinnerungen notiert habe. So sitze ich jetzt in meiner Wohnung in Landshut nicht weit weg von dem Gasthaus, in dem ich arbeite. Ich versuche die Augen aufzuhalten und den letzten Eintrag in dieses Tagebuch zu schreiben.

komodo in india Seit einem Jahr wohne und arbeite ich in Landshut. Ich fühle mich sehr heimisch, auch wenn ich zufällig hier gelandet bin. Es ist der perfekte Ort zum Durchschnaufen und um Ruhe zu finden. Hof ist nur wenige Kilometer entfernt. Als wir damals dort ankamen, fuhren verschiedene Züge in alle mögliche Richtungen ab. Viele Leute wussten natürlich, wo sie hin wollten und suchten sich gleich den passenden Zug, der sie zu ihren Freunden oder Verwandten im Westen brachte. Die einzigen Leute, die ich im Westen kannte, lebten in Westberlin. Doch dort fuhr kein Zug hin und darum war es mit egal, wo ich hinkam. Ich weiß nicht, warum ich mich für einen bestimmten Zug entschied und warum ich ausgerechnet in Dingolfing, kurz vor Landshut, ausstieg. Vielleicht hatte ich einfach keinen Bock mehr, noch länger als nötig in einem Zug zu sitzen. Es wurde auch durchgesagt, wo wie viele Quartiere für uns bereit standen – und ich glaube, in Landshut war noch genug Platz. Wie gesagt, es war und ist nicht wirklich wichtig. Für mich war einfach wichtig, dass ich irgendwo ankomme. Und ich hab gedacht, ich fahre jetzt einfach mal runter Richtung Passau und irgendwo, wo ich das Gefühl habe „Könnte sein“, da steige ich halt mit aus. Das war dann eben Dingolfing.

monat trennung statistik „Kurz nach unserer Ankunft im Westen fiel die Mauer. Deutschland wurde wiedervereinigt. Jetzt könnte man sagen, unsere Reise und die harte Zeit in der Botschaft sei nichts wert gewesen. Doch ich weiß, dass es alles wert gewesen ist.“

polini sport zylinder Zur Ruhe kam ich erst einmal nicht. Kaum in Dingolfing angekommen, hielt mir ein Reporter gleich wieder ein Mikro unter die Nase und wollte, dass ich für das Bayerische Fernsehen meinen Gefühlen Ausdruck verleihe. Konnte ich nicht, ich habe es natürlich trotzdem versucht. Etwas Sinnvolles habe ich sicher nicht gesagt. Und für eine vernünftige Reflektion wurde mir in den kommenden Tagen sowieso keine Gelegenheit gegeben: Wir wurden in neu errichtete Häuser gebracht, die eigentlich für Russlandaussiedler gebaut worden waren. Einen Tag später wurden wir nach Grafling in eine Bundeswehrkaserne zum Aufnahmeverfahren gebracht. Von dort aus wieder zurück nach Dindolfing, wo in unserem Haus schon ein Büro vom Arbeitsamt eingerichtet worden war. Da saß eine Dame und drückte uns Zettel in die Hand, auf denen abgefragt wurde: „Was habt ihr gelernt? Was macht ihr? Was wollt ihr? Was könnt ihr? Wollt ihr überhaupt arbeiten und wenn ja, warum?“

gesicht pfeiffersches drüsenfieber Kaum hatte ich das Ding ausgefüllt, kam auch schon wieder ein Kamerateam und fragte, was ich an Bayern mag. Wie hätte ich das wissen sollen? Ich hatte ja nicht einmal die Gelegenheit mir Bayern in Ruhe anzuschauen. Ich antwortete:„In Bayern sind die Wiesen grüner.“ Und das war tatsächlich so. Das war wirklich mein persönlicher Eindruck. Die Felder und die Wiesen waren so satt grün – das kannte ich aus der DDR nicht. Und das Phänomen erlebte ich nicht nur bei den Wiesen. Auch an Orten wie der Kaufhalle zum Beispiel, so absurd das auch klingen mag. In den ersten Tagen habe ich dort einen Jogginganzug von Puma gekauft. Puma, Weltmarke, muss man haben. Ich bin mit dem kunterbunten Ding zur Kasse, wo der Besitzer persönlich stand. An meinem Dialekt hörte er wohl, dass ich von drüben kam. Da sagte er doch tatsächlich: „Ihr seid die Neuen von da? Das passt schon.“ Und er meinte damit, dass ich den Einkauf geschenkt bekomme! Ich dachte, ich wäre im falschen Film, bei „Wünsch dir was“ oder so…

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haargenau friseur falkensee Aber so war das in den ersten Tagen. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen. Und nach zwei Tagen hatte ich dann auch eine Arbeit, die mich nach Landshut brachte und die ich heute, nach einem Jahr, noch unglaublich gerne mache.

verleumderische bosheit 8 buchstaben Wenn Herr Huber mich auf der Grillparty fragen wird, ob ich mich wohl fühle, kann ich ihm ganz ehrlich antworten, dass ich mich so gut wie niemals zuvor fühle. Ich habe alles hinter mir gelassen. Ich habe es geschafft. Kurz nach unserer Ankunft im Westen fiel die Mauer. Deutschland wurde wiedervereinigt. Jetzt könnte man sagen, unsere Reise und die harte Zeit in der Botschaft sei nichts wert gewesen. Doch ich weiß, dass es alles wert gewesen ist. Ohne unseren Protest, unser Engagement, unsere Angst und unsere Hoffnung hätte es den Mauerfall so nicht gegeben. Ohne die Fahrt mit dem „Zug in die Freiheit“ wäre ich heute nicht der, der ich bin.

patti labelle mac and cheese Und darum kann ich sagen: Ich würde alles genauso wieder machen. Jederzeit. Ich würde alles wieder noch einmal auf mich nehmen.“


nationales visum urteil ZEITZEUGEN – UND WAS AUS IHNEN WURDE

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Jens Rohde sprang gemeinsam mit seinen Freunden Jörg und Ronny auf den Zug in den Westen auf. Den Entschluss hatten sie kurz zuvor in einer Reichenbacher Disko gefällt. Jens Rohde musste feststellen, dass er im Westen beruflich keinen Fuß fassen kann. Seine Erwartungen von einem Leben in der Bundesrepublik wurden nicht erfüllt. Er entschloss sich daher nach kurzer Zeit zurückzukehren. Heute lebt und arbeitet er wieder in Reichenbach.

Landshut
Christian Bürger floh im Juni 1989 in die Bundesdeutsche Botschaft in Prag. Er half der Botschaftsleitung bei der Organisation und Erfassung der Flüchtlinge. Er verbrachte nach der Ankunft in Hof ein paar Jahre in Dingolfing und arbeitete in der Gastronomie. Heute lebt er wieder in Chemnitz.

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